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„Südwest Presse“: Wie Alexander Bögelein in Zukunft Leser erreichen will

„Südwest Presse“: Wie Alexander Bögelein in Zukunft Leser erreichen will Alexander Bögelein (Foto: Martin Ebert)

Die Wirtschaftsberichterstattung des Blattes in Ulm ist nutzwertiger, regionaler und digitaler geworden. Was sich alles geändert hat.

Ulm – Im Gespräch mit „Wirtschaftsjournalist:in“-Autor Roland Karle zieht Alexander Bögelein nach 25 Jahren Wirtschaftsberichterstattung eine Bilanz. „Auch ohne Telefon gut aufgelegt“, lautet das Thema. Ein Auszug:


Telefonaktionen gehören bei manchen Zeitungen bis heute zum Standardrepertoire. Meist geht es um handfeste Themen, wie zum Beispiel Rente, Geldanlage, Gesundheit oder Verreisen, zu denen eingeladene Experten interessierten Leser Tipps geben. Auch die „Südwest Presse“ in Ulm hat lange auf diese Weise einen direkten Draht zum Publikum gespannt. Doch das Format hat sich überlebt, findet Alexander Bögelein, Leiter der Wirtschaftsredaktion: „Auf mich wirkte es zuletzt wie aus der Zeit gefallen. Da war ich weder mit der Inhaltstiefe, noch mit dem Nutzererlebnis zufrieden.“

Bei einer der letzten Telefonaktionen der Zeitung vor rund vier Jahren ging es um das Thema Krankenkasse. Experten gaben Auskunft, wie man „gut versichert Geld sparen“ kann. Von den 697 Anrufen, die registriert wurden, kamen in zwei Stunden rund 30 durch, also weniger als fünf Prozent. Der große Rest blieb erfolglos bis frustriert zurück. Hinzukommt, dass „in diesen 1:1-Situationen die Leserinnen und Leser zwar Antworten auf ihre Fragen erhalten, aber keine Einordnung des Themas oder Hinweise, worauf sie sonst noch achten müssen“, sagt Alexander Bögelein.

Beim Nachfolgeformat ist das ganz anders. Die „Südwest Presse“ hat den Hörer aufgelegt – und die Telefonaktion ein Stück weit neu erfunden, zumindest zu einer digitalen Veranstaltung weiterentwickelt: Mit den eingeführten Webinaren erreicht die Zeitung heute nicht nur nennenswert mehr Menschen, sondern schafft auch „eine völlige andere Qualität und Intensität an Information für die Teilnehmenden“, so Bögelein. Nach den bisherigen Erfahrungen bleiben rund 80 bis 90 Prozent bis zum Ende der eineinhalbstündigen Webinare dabei.

Tausende Teilnehmer
Bislang hat die Wirtschaftsredaktion elf solcher Webinare veranstaltet. Jeweils zwischen 400 und knapp 1.200 Leute haben daran teilgenommen, insgesamt etwa 7.350. Wer nicht live dabei war, konnte sich im Nachgang online oder in der gedruckten Zeitung informieren. Auf swp.de wurden mehrere hundert Subscriber-Views gezählt und bis zu 3.000 Video-Abrufe auf Youtube. Direkt nach dem Webinar bitten die Veranstalter um Feedback. 80 bis 90 Prozent der Teilnehmer bewerten die Webinare via Chat demnach mit „gut“ oder „sehr gut“."


Wie das Format organisiert wird